Ihr Erzeugerring vor Ort

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Staatministerin Michaela Kaniber (Bildmitte) und Michael Kutter (rechts), Vorsitzender Bund deutscher Baumschulen (BdB) Landesverband Bayern e.V. bei der Präsentation der LWG Broschüre "Bäume und Sträucher für Bienen und Insekten" im Garten-Land Wohlhüter in Gundelfingen an der Donau.

Bäume zur Klimarettung, gegen das Insektensterben und zur Förderung der Biodiversität

"Die Gartenbesitzer können einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt leisten, wenn sie in ihren Gärten nicht nur Blühpflanzen, sondern auch heimische Zier- und Obstgehölzen pflanzen, die Insekten möglichst viel Nahrung bieten“, sagte die Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in Gundelfingen an der Donau bei der Eröffnung der 2019 bayernweiten Aktion „Treffpunkt Baumschule – schauen wo’s wächst“. Diese Gemeinschaftsaktion der bayerischen Baumschulen und der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau steht in diesem Jahr unter dem Motto "Biodiversität". Die Landesanstalt hat dazu extra eine neue Broschüre mit dem Titel „Bäume und Sträucher für Bienen und Insekten“ erstellt. Nähere Informationen zur Aktion und zur Broschüre gibt es im Internet unter www.baumschulen-in-bayern.de.

Der Erzeugerring für Hochbaumschulpflanzen Bayern e.V. sieht darüber hinaus weitergehende Maßnahmen insbesondere zum Klimaschutz als unabdingbar und formuliert konkrete Vorschläge. Aktuell wird viel über CO2-Einsparung diskutiert und es werden erste Maßnahmen eingeleitet. Was hingegen viel zu wenig Beachtung findet ist CO2-Bindung, die Bäume auf natürlichem Wege leisten können.

Für spürbare Effekte bedarf es weit mehr als einzelne Pflanzaktionen. Die Baumschulen sind bereit, ihren Anteil zu leisten, fordern jedoch zugleich, entsprechende politische Rahmenbedingungen zu schaffen, um gemeinsam konkrete Maßahmen umsetzen zu können. Mit "mehr Grün" unter Beteiligung aller das Klima retten:

 

1)    Aus CO2-Abgaben erzielte Erlöse sollten zu 100 % zweckgebunden in Maßnahmen zur CO2-Bindung investiert werden.

2)    Ähnlich der Verpflichtung "Kunst am Bau" müsste es aus einem klimafreundlichen Anspruch heraus eine umfassende Verpflichtung geben, die alle Bauherren künftig dazu verpflichtet, mindestens 3 % der Bausumme für Pflanzen zu investieren. Die Pflanzen sollten im unmittelbaren Umgriff der Baumaßnahme gesetzt werden, könnten aber auch im öffentlichen Raum oder - als Biotop kartiert - in der freien Landschaft zum Einsatz kommen. Um den klimatischen Effekt nachhaltig zu sichern, wären die Pflanzen dauerhaft zu pflegen und bei Ausfall zu ersetzen.

3)    Um nicht nur den Landwirten, Obstbauern und sonstigen Eigentümern von Biotopflächen Einschränkungen abzuverlangen, sind für als Biotop kartierte Flächen jährliche Ausgleichszahlungen aus Steuermitteln (= Beteiligung aller) vorzusehen. Die Finanzhilfen wären in der Höhe mindestens so auszugestalten, dass die Nutzungseinschränkung und der Wertverlust der Fläche gedeckt sind.

4)    Darüber hinaus sind zusätzliche Finanzmittel bereit zu stellen, zur Förderung von Aufforstungen im Wald und Anpflanzungen in der Stadt, in der freien Landschaft sowie im privaten Bereich.


5)    Mit einer frühzeitigen Information (idealer Weise Auftragsproduktion) über geplante Pflanzmaßnahmen, könnten die pflanzenkultivierenden Betriebe auf regionaler Ebene (wenig Transport) die Ware termingerecht vorrätig halten.

Wenn Bayern, Deutschland und die EU hier nicht mit guten Beispiel vorangehen, darf man von Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern nicht erwarten, dass diese unser aller Klima retten.