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| lkp bayern

Erster bayerischer Sojafeldtag 2015 mit Leuchtturmbetrieb Biermeier

Auch dieses Jahr sind in Bayern wieder zahlreiche Feldtage und Felderbegehungen im Rahmen des bundesweiten Soja-Netzwerks geplant. Am 08. Juni veranstaltete das Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e.V. (LKP) einen Feldtag bei Leuchtturmbetrieb Biermeier in Hengersberg in Niederbayern im Rahmen des bundesweiten Soja-Netzwerks. Rund 80 Teilnehmer interessierten sich für die vorgestellten Themen verschiedene Zwischenfrüchte vor Soja sowie verschiedene Anbautechniken (Einzelkornsaat; Drillsaat) und Strip Till.

08. Juni 2015 Bei trockener Witterung und mit rund 80 Teilnehmern begann die Saison mit dem ersten bayerischen konventionellen Soja-Feldtag im Rahmen des Soja-Netzwerks in Schwanenkirchen. Den Nachmittag über referierten verschiedene Experten über Produktionstechnik, Streifenbodenbearbeitung, Aufbereitung, Vermarktung und Zwischenfruchtwirkung im Sojaanbau in der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Schwanenkirchen. Anschließend zeigte Organisatorin Julia Matzka vom LKP die angelegten Demonstrationsflächen des Betriebs Biermeier.Jürgen Unsleber, überregionaler Berater des Soja-Netzwerks beschrieb Anbaugrundlagen und -erfahrungen. So ist neben warmen Temperaturen ein Lössboden optimal für den Sojaanbau. Besonders wichtig ist aber auch eine gute Wasserversorgung von der Blüte bis in den August. Schädlinge und Krankheiten sind bei Soja bisher eher von geringer Bedeutung. Zur Abwehr von in Ballungsräumen häufig vorkommendem Taubenfraß empfiehlt Unsleber das Aufstellen von sich im Wind drehenden, reflektierenden Kugeln.Durch den Zwischenfruchtanbau kann Erosion, Verdunstung und Verschlammung verringert, sowie Unkraut unterdrückt werden, das erklärte Ruth Brummer, Wasserberaterin am AELF Pfarrkirchen. Die schützende Wirkung der Mulchsaat auf den Boden verdeutlichte Brunner an einem mitgebrachten Modell, das die starke Erosion bei freiem Boden im Vergleich zu 50% und 100% Bodenbedeckung durch Mulchsaat zeigte.

Eine geringere Erosion zeigt sich auch beim Anbau durch Streifenbodenbearbeitung oder Strip Tillage, die Dr. Markus Demmel der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) vorstellte. Die Technik ist eine mögliche Reaktion auf vermehrte extreme Wetterereignisse wie z.B. Starkregen. In Deutschland definiert die Streifenbodenbearbeitung sich darüber, das 50% des Bodens unbearbeitet bleibt. Den Vorteilen wie Erosionsverminderung, schnelle Erwärmung der bearbeiteten Streifen und einem geringeren Energiebedarf stehen Nachteile wie aufwändige und teure Beschaffung von Spezialgeräten, zum Teil geringere Erträge und Vermehrung von Schnecken und Mäusen gegenüber.

Abschließend sprach Ingbert Rust der Bayernhof GmbH über die Aufbereitung und Möglichkeiten der Vermarktung von Sojabohnen. In Bayern konzentriert sich die Vermarktung der konventionellen Bohnen auf den Bereich der Futtermittel.  Hier ist ein etwas höherer Feuchtigkeitsanteil erlaubt und Bruchkorn spielt nur eine geringe Rolle. Rust sprach auch über die verschiedenen Aufbereitungstechniken thermisch, druck-thermisch oder hydro-thermisch. In der Monogastrierfütterung ist eine Hitzebehandlung der Bohnen erforderlich um die Verdaulichkeit des Eiweiß zu erhöhen.

Auf der Demoanlage von Herrn Biermeier in Hengersberg (Niederbayern) wurde der Schwerpunkt auf die Zwischenfruchtvarianten sowie die Anbautechnik gelegt. Insgesamt waren 4 Zwischenfruchtvarianten (Senf, Wicke, Hafer und eine Zwischenfruchtmischung) zu sehen. Angebaut wurde am 24.04.2015 auf der gesamten Demofläche die Sorte Amarok (000), mit 65 Körner/m² und einer Histick Impfung. Die verschiedenen Zwischenfruchtvarianten wurden mit 3 verschiedenen Anbautechniken kombiniert. Zum einen wurde in jeweils einer der vier Zwischenfruchtvarianten eine Drillsaat mit Reihenabstand 12,5 cm durchgeführt. Zuvor wurden die Streifen in der Drillsaatvariante gegrubbert. Die anderen Zwischenfruchtstreifen wurden mit dem Einzelkornsäverfahren (EKS) (Reihenabstand 50 cm) angelegt. Hierbei wurde vorab die Bodenbearbeitung mit dem Strip Tillage Verfahren durchgeführt. Dazu wurde das Strip Tillage Verfahren in jeder Zwischenfruchtvariante entweder im Herbst oder im Frühjahr angewendet.



Nach den verschieden Zwischenfrüchten waren kaum Unterschiede hinsichtlich der Bestandsentwicklung der Sojabohnen erkennbar. Nur bei der Wicken-Variante konnte der Bestand als etwas dunkelgrüner festgestellt werden. Dennoch spielt in der erosionsgefährdenden Region des Betriebes Biermeier der Bodenbedeckungsgrad der Zwischenfrüchte eine große Rolle. Gemessen wurden die Rückstände der Zwischenfrüchte am 20.05.2015 mit folgenden Ergebnissen:
1.    ZF: SenfStrip Tillage: Herbst Variante: 60% Bodenbedeckung (Wirkung: gut)Strip Tillage Frühjahr Variante: 60 % Bodenbedeckung (Wirkung: gut)Drillsaat 32 % Bodenbedeckung (Wirkung: befriedigend)
2.    ZF WickeStrip Tillage: Herbst Variante: 30 % Bodenbedeckung (Wirkung: befriedigend)Strip Tillage Frühjahr Variante: 30 % Bodenbedeckung (Wirkung: befriedigend)Drillsaat 13 % Bodenbedeckung (Wirkung: kaum-keine)
3.    ZF HaferStrip Tillage: Herbst Variante: 41 % Bodenbedeckung (Wirkung: gut)Strip Tillage Frühjahr Variante: 41 % Bodenbedeckung (Wirkung: gut)Drillsaat 29 % Bodenbedeckung (Wirkung: befriedigend)
4.    ZF ZwischenfruchtmischungStrip Tillage: Herbst Variante: 45 % Bodenbedeckung (Wirkung: gut)Strip Tillage Frühjahr Variante: 45 % Bodenbedeckung (Wirkung: gut)Drillsaat 20 % Bodenbedeckung (Wirkung: befriedigend)(Zählmethode zur Messung der Bodenbedeckung von Zwischenfrüchten; LfL Kistler, Brandhuber)Bei den EKS-Strip Tillage Varianten sahen die Bestände im Vergleich zu den Drillsaatvarianten in allen Zwischenfruchtvarianten am dichtesten und besten entwickelt aus. Die schlechten Wetterbedingungen nach der Ansaat (106 L Niederschlag im Mai 2015) und die darauf folgenden kühlen Bedingung können Hinweise auf den nicht ganz so guten Auflauf der Bohnen sein. Möglicherweise hat aber auch die noch vorhandenen Mulchauflage der Strip-Tillage Varianten einen Kälteschutz bewirkt oder die Bohnen vor sehr starkem Wassereintrag geschützt.

Bei dem EKS-Strip Tillage Verfahren, findet keine Einarbeitung des Mulches statt, sondern nur die streifenweise Bearbeitung der Saatrille wobei das Zwischenfruchtmaterial weitestgehend erhalten bleibt.

Wie funktioniert die Streifenlockerung? (6 Reihen, 3 m Arbeitsbreite):

- Scheibenschar: öffnet den Streifen und schneidet den Mulch
- Räumsterne: räumen das Material und schaffen einen freien Streifen
- Zinken und Schar: bearbeiten und lockern den Boden
- „Dammbilder“: halten den Boden im Streifen
- Packer: krümeln, schließen und rückverfestigen den Boden für ein homogenes Saatbett

Ebenso muss berücksichtigt werden, dass die Demoanlange eine Fläche mit westlicher Hangneigung ist. Daher konnte die Sonne die Fläche nach den Regenphasen nicht direkt abtrocknen. Dies kann ebenso ein Grund für die Auflaufschwierigkeiten bei der Drillsaat und bei der Einzelkornsaat auf den hinteren Teilen der Demoanlagen sein.

Die Sojapflanzen wurden nach der Ansaat mit den Bodenherbiziden Sencor, Centium 36 CS und Spectrum behandelt und sind weitestgehend frei von Unkräutern und Ungräsern. Die Entwicklung der Knöllchen ist positiv zu bewerten. Man konnte bereits Knöllchen sehen, die beim Aufschneiden eine hell rosa Farbe zeigten, welche auf eine funktionierende Stickstoffbindung hinweist. Fragen und Diskussionen zu den angewendeten Techniken und Verfahren konnten von den Beratern Matzka Julia und Unsleber Jürgen sowie von Herrn Biermeier beantwortet werden.


Bericht und Fotos: Sandra Baumgardt (LfL) und Julia Matzka (LKP)

Projekt und Veranstaltung werden gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen der BMEL Eiweißpflanzenstrategie.