Evaluierung und Umsetzung von Optimierungsmöglichkeiten in der Grünland- und Futterbauwirtschaft durch gezielte Verbundberatung

 

Projektleitung: Dr. Michael Diepolder (LfL/IAB), Dr. Hubert Schuster (LfL/ITE)
Projektkoordinator: Heri Bedenik
(LKP)
Laufzeit: 2014 - 2019
Kooperationen: AELF Fachzentren Pflanzenbau, FZ Rinderhaltung; LKV Bayern


Projektverlauf 2015

Erstes Arbeitskreistreffen im Frühjahr 2015:

Die ersten vier Arbeitskreistreffen wurden am 27.01.2015 in Neustadt a.d. Aisch, am 30.01.2015 in Hohenfurch (Schongau), am 03.02.2015 in Ampfing (Mühldorf a. Inn) und am 06.02.2015 in Püchersreuth (Neustadt a.d. Waldnaab) abgehalten. Die ÄELF, Fachzentren und das LKV waren bei allen Veranstaltungen sehr gut vertreten und das Interesse aller anwesenden sehr groß.

Ein großer Punkt war die Vorstellung jedes einzelnen Teilnehmers (insgesamt 60 Betriebe), deren Ziele während des Projektverlaufs und die ersten Erkenntnisse der Landwirte zum Beratungsverlauf im Jahr 2014. Dadurch ergab sich eine rege Diskussion (Landwirte, Berater, ÄELF, FZ-Pflanzenbau, FZ Rinderhaltung) zu aktuellen Themen in der Lösungen und Vorgehensweisen diskutiert wurden.

Zweites Arbeitskreistreffen im Herbst 2015:

Die nächsten zwei internen Arbeitskreistreffen fanden am 09.12.2015 in Rohrdorf (Rosenheim) und am 11.12.2015 in Marktoberdorf statt (drei weitere folgen in Januar). Die Veranstaltungen wurden als Interaktive Arbeit (Pinnwände, Flipchart) mit den Fachzentren Rinderhaltung durchgeführt. Das Engagement der Betriebe war sehr groß. Es wurden die durchgeführten Maßnahmen und ihre Ergebnisse besprochen und einzeln bewertet. Die Ergebnisse der Futteruntersuchung (Frischprobe) wurden mit Hilfe der Fachzentren Rinderhaltung sehr ausführlich erläutert. Es kam zu einem regen Diskussion- und Erfahrungsaustausch.
Zum Ende der halbtätigen Veranstaltung wurden die Schlussfolgerungen bzw. Zwischenergebnisse festgehalten.

Bisherige Schlussfolgerungen / Erkenntnisse aus den ersten beiden Arbeitskreistreffen :

  • Witterung entscheidend für den Erfolg einer Maßnahme unabhängig von der Technik (chemisch, mechanisch)
  • Bei passenden Bodenverhältnissen und Witterung intensiv Striegeln (Striegel „scharf“ einstellen)
  • Bei chemischer Maßnahme ist das Witterungsrisiko höher bis es zur Nachsaat kommt
  • Bei mechanischer Maßnahme flexibler in der Zeit, Nachsaat kann sofort erfolgen
  • Qualität der Striegelarbeit in 2015 in den meisten Fällen sehr gut
  • Bestände im Herbst 2015 lückig, nachlegen in 2016 wahrscheinlich notwendig
  • Die Mäusebekämpfung (Schermaus) mit dem „Mauspflug“ im Herbst 2014 war erfolgreich

Probenehmer

Am 05.03.2015 fand bei der LfL Grub eine ganztätige Probenehmerschulung statt. Dabei wurden Vorträge zur Vorgehensweise der Probenahme und der Online Anmeldung abgehalten sowie die praktische Durchführung der Probenahme beispielhaft vorgeführt und geübt. Bei Veranstaltungsende erfolgte die Verteilung von Arbeitsmaterialen und Unterlagen an die Probenehmer durch das LKP.
Zum ersten Aufwuchs wurden von den 32 Probenehmern auf alle 60 Betriebe die Proben gezogen.
Es muss erwähnt werden dass die Probenehmer mit viel Engagement und Interesse dabei sind.

Im Verlauf des Jahres fand eine sehr Intensive und zeitnahe Kontaktpflege (Telefon und mail) mit den Probenehmern statt.

Es ist festzuhalten dass nicht alle Betriebe in 2015 Maßnahmen auf der Referenzfläche umgesetzt haben. Der besondere Witterungsverlauf mit Ernteausfällen muss berücksichtigt werden.


Fütterungsberatung

Die für das Verbundberatungsprojekt empfohlene Fütterungsberatung wurde sehr gut angenommen. Bis Ende Oktober 2014 hatten 57 und in 2015 bereits 45 Betriebe eine Beratung (Erhebung Stallleistung, Kraftfutteraufwand, Grobfutterleistung) durch das LKV in Anspruch genommen.

 

Vorläufiges Fazit für 2015

Durch die Trockenheit im Jahr 2015 gestaltete sich die Umsetzung von Maßnahmen auf den Grünlandflächen als Herausforderung. Bestände die im Herbst 2014 (ganz Bayern) bzw. im Frühjahr 2015 nach dem ersten Schnitt (Südbayern, Allgäu) saniert wurden, konnten sich vor der Trockenheit sehr gut etablieren.
Maßnahmen die im zeitigen Frühjahr durchgeführt wurden, oder auf sehr flachgründigen Standorte, litten unter Wassermangel.
In Franken haben einige Betriebe im Spätsommer Maßnahmen ungesetzt. In fast allen Fällen konnte sich bis zum Spätherbst die Nachsaat festigen.
Der Bereich der durchgeführten Verbesserungen (49 Betriebe) ging von intensivem Striegeleinsatz mit Abfuhr und Nachsaat über selektive Herbizidmaßnahmen mit Schlitznachsaat bis zu Pflegeneuansaaten mit vorheriger Narbenabtötung.
Insgesamt muss der Winter 2015 / 2016 abgewartet und die Bestände im Frühjahr bewertet werden. Eine Übersaat der Bestände, um vorhandene Lücken zu schließen, muss dann fallbezogen geprüft werden.

Das Ergebnis bzw. die Qualität der Striegelarbeit im Jahr 2015 war, mit wenig ausnahmen, zum Teil sehr gut. Das Saatgut wurde ausgebracht und lag während der Trockenphase im Boden.  Durch die hohe Sonneneinstrahlung hat die gemeine Rispe zwischenzeitlich sehr gelitten und wurde deutlich zurückgedrängt („abgebrannt“). Bei dem darauf folgendem Wetterumschwung mit ausreichenden Niederschlägen wurden die Lücken durch das bereits im Boden liegende Saatgut geschlossen.
Viele Betriebe in Bayern mussten im Jahr 2015 wegen der Trockenheit auf ein, in manchen Fällen, auf zwei Schnitte verzichten.

Bei der Auswahl der Maßnahmen wurde besonders auf folgende Kriterien geachtet:

  • Bestimmung des vorgefundenen Ausgangsbestandes und definieren des zu erzielenden Endbestandes
  • Pflanzenbauliche Umsetzbarkeit aufgrund der geographischen und klimatischen Lage
  • Technische Realisierung mit den zu Verfügung stehenden Möglichkeiten

 

Erste Ergebnisse durchgeführter Maßnahmen: